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Die Schwimmsteine vom Tüttensee
Eigentlich wollte ich nicht näher auf den neuen Artikel von Ernstson eingehen, aber eine derart schräge Passage schreit förmlich danach aufgegriffen zu werden, nämlich die Geschichte von den Schwimmsteinen vom Tüttensee:
Ernstson et al. (2010) zeigen in ihrer Arbeit einige Bilder von dunklen, bimsartigen Steinen, die sie als Impakt-Schmelzgesteine deuten. Sie seien nach dem Einschlag durch die Aufschmelzung von Seesedimenten des Chiemsees entstanden.
Zu diesen Steinen präsentieren sie eine kuriose Geschichte: Vor 50 Jahren hätten Kinder sich einen Spaß daraus gemacht diese 'Schwimmsteine' ins Wasser zu werfen, um zu sehen, wie sie schwammen und darauf zu wetten welcher zuerst unterginge. Leider, leider sei dieses Spiel so überaus populär gewesen, dass man derlei Steine heute kaum mehr fände. Dieses Gestein sei zudem früher als Baumaterial für zahlreiche Bauernhäuser in der Umgebung verwendet worden.
Das stimmt, aber die Deutung dieses Materials als Impaktit ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Dazu muss man wissen, dass in unmittelbarer Umgebung reiche Eisenerzvorkommen seit Jahrhunderten abgebaut und vor Ort verhüttet wurden. So war die Maxhütte in Bergen seit über 300 Jahren in Betrieb. Als Abfallprodukt der Eisengewinnung fiel natürlich eine große Menge ans Schlacke an. Diese Schlacke war in der Umgebung als preiswertes Baumaterial sehr beliebt und wurde auch in zahlreichen Bauernhöfen verbaut. Letztlich ist es wohl genau diese Schlacke, die die Autoren in ihrer Arbeit zeigen.
Ich mag die Geschichte von den Schwimmsteinen eigentlich wirklich! Ich kann als Chiemgauer Bub zudem bestätigen, dass dieses Spiel auch durchaus ein paar Jahrzehnte später noch bekannt war. Ja, ich war sozusagen mit verantwortlich dafür, dass diese der wissenschaftlichen Untersuchung entzogen wurden;) Allerdings kann ich mir heute durchaus sicher sein damals keine Impaktgesteine versenkt zu haben.
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