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Hätte heute Geburtstag: Mary Anning, Pionierin der Paläontologie

Die Geologie (in diesem Fall ihres Zweiges der Paläontologie) war ist ( wohl immer noch, und in ihren Anfangsjahren erst recht) eine von Männern dominierte Wissenschaft. Doch ausgerechnet eine Frau war es, die einige der spektakulärsten Funde der frühen Jahre machte und damit ein Weltbild erschütterte. Und das auch noch im jugendlichen Alter von 12 Jahren.

Mary Anning und ihr Hund Tray. Er bewachte die gefundenen Fossilien, während sie Hilfe für den Abtransport holte. Im Jahre 1833 kam er bei einem Erdrutsch ums Leben, dem Mary nur knapp entkam. Der hammer, den noch ihr Vater anfertigte, ist heute in Lyme Regis im Museum zu sehen.

Mary Anning wurde am 21. Mai 1799 in Lyme Regis in Dorset geboren. Die Küste ist heute als Eldorado für Fossiliensucher bekannt und seit 2001 sogar UNESCO Weltkulturerbe. Ihr, ein Tischler, besserte sein Einkommen mit dem Verkauf von Fossilien auf, die sich unter den Badegästen damals als Kuriositäten zunehmender Beliebtheit erfreuten. schon bald begleitete Mary ihren Vater auf seinen Sammeltouren, und als er 1910 an Tuberkulose starb. konnten Mary und ihr Bruder Joseph mit dem Verkauf von Fossilien die Familie durchbringen.

Die Vielzahl der gefundenen Fossilien zog schon bald die führenden Köpfe der damals noch recht jungen Wissenschaft der Geologie nach Lyme Regis, so dass Mary Anning schon in jungen Jahren ihre Bekanntschaft machte. Unter ihnen waren auch William Buckland und Henry Thomas de la Beche.

Im Alter von 12 Jahren entdeckte sie ihren ersten Ichthyosaurier. Dieses war das erste vollständige Exemplar, bislang kannte man nur wenige Bruchstücke dieser Tiere. Den Schädel des Tieres hatte ihr Bruder bereits ein Jahr zuvor gefunden, aber erst ein größerer Erdrutsch legte auch den restlichen Körper des Tieres frei. Es folgten 1821 ein Plesiosaurus dolichodeirus und 1828 ein Dimorphodon macronyx. Dieser Fund wurde von William Buckland zunächst Pterodactylus zugerechnet und erst später von Richard Owen in die Gattung Dimorphodon gestellt. Die Fremdheit dieser Tiere zeigte deutlich, dass Tiere aussterben konnten, und nicht noch irgendwo unentdeckt auf der Erde lebten, wie man bis zu dem Zeitpunkt der Funde über Fossilien dachte. Auf diese Weise halfen also ihre Funde, das heutige Bild von der Vergangenheit der Erde zu etablieren.

Duria Antiquior - A more Ancient Dorset („Vorzeitliches Dorset“) von Henry De la Beche (10 February 1796 – 13 April 1855) [Public domain], via Wikimedia Commons.Mit dem Erlös verkaufter Kopien wurde mary Anning unterstützt.

Mary Anning hatte nicht nur eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe, die ihr beim Finden der Fossilien zugute kam. Sie hatte auch eine fast unendliche Geduld bei der Bergung, Reinigung und Präparation ihrer Funde. Alleine für das Ausgraben des Plesiosaurus benötigte sie mit einfachsten Mitteln gut 10 Jahre. Und, obwohl sie als Frau und Angehörige der Unterschicht kaum eine wissenschaftliche Bildung genossen hatte, konnte sie ihre Funde genauestens zeichnen und beschreiben.

Sie hatte unter den frühen Geologen einige Gönner, so soll der wohlhabende Sammler Thomas Birch seine eigene Sammlung verkauft haben, um mit dem Erlös Mary Anning zu unterstützen. Und Henry Thomas de la Beche rekonstruierte auf der Basis der Funde von Mary Anning die frühe Lebenswelt Dorsets. Die Erlöse vom Verkauf der Kopien seiner Duria Antiquior gingen an Mary Anning. Erst als sie auf die Vierzig zuging, erhielt sie von der British Association for the Advancement of Science eine jährliche Pension als Anerkennung ihrer Verdienste um die Paläontologie. Kurz zuvor war sie, der als Frau eine reguläre Mitgliedschaft verwehrt war, zum Ehrenmitglied der Geological Society of London ernannt.

Mary Anning starb am 9. März 1847 mit 47 Jahren an Brustkrebs. Nach ihrem Tod geriet sie rasch in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren hat man diese Pionierin der Paläontologie wieder entdeckt und ihr sogar einige Romane gewidmet. Einen davon, den von Tracy Chevalier "Zwei bemerkenswerte Frauen", kann ich durchaus wärmstens empfehlen. Dieser Roman basiert ( wenn auch etwas im Zeitraffer) neben dem Leben von Mary Anning auch auf Elizabeth Philpot, die ebenfalls als frühe Paläontologin gilt.

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